| Notizen |
Mit
der Stiftung eines noblen Würzburger Bürgerpaares
im Jahr 1316. Johannes und Mergardis von Steren bauen vor den
Toren der alten Stadt ein Spital zur Pflege der "bresthaften
(an Gebrechen leidenden) Christgläubigen" und zur
Versorgung der hungernden Armen. Zu den vielen großzügigen
Zustiftungen gehören 1334 die ersten Weinberge.
Zunächst dienen die Weine zur Versorgung des eigenen Bedarfs.
1598 bekommen die Spitalbewohner, Männer wie Frauen, täglich
ein Maß - 1,22 Liter - Wein. Verhalten sich die Bewohner
unbotmäßig, mischt ihnen das Spital zur Strafe Wasser
in den Wein. Gehen die Ungehörigkeiten gar zu weit, wird
die Weinration gestrichen - ein drakonischer Denkzettel. Bald
finanziert das Bürgerspital aus den Reberträgen, der
Landwirtschaft und der Vermögensverwaltung seine wohltätigen
Unternehmungen.
Heute ist die Stiftungsidee derer von Steren auf dem Höhepunkt
ihrer Wirkungskraft. 850 Seniorinnen und Senioren leben in den
neun bürgerspitälischen Wohn- und Pflegeheimen, sie
lassen sich betreuen, pflegen und therapieren. Obrigkeitliche
Strenge gibt´s zum Glück schon längst nicht
mehr. Das Bürgerspital ist ein Ort für junge und alte
Genießer. |